Vom Handy bis zum Automotor, vom Computer bis zur Ansage im Zug: Die Geräuschkulissen unseres Alltags werden heute nicht mehr dem Zufall überlassen. Klänge sollen mitten ins Herz treffen und zum Sexappeal von Unternehmen, Produkten und Marken beitragen.
Dass Personal Branding in Zeiten von Social Media an Bedeutung gewinnt, bedarf keiner weiteren Erläuterungen. Auch ist hinlänglich bekannt, dass die Mehrdimensionalität mit privaten und geschäftlichen «Profilen» zu Konflikten führen kann. Wie weit soll Personal Branding gehen? Muss man sich um jeden Preis eine einzigartige Identität im Netz schaffen?
Die knallbunten und klobigen Crocs-Plastikpantoffeln mit den auffälligen Löchern haben sich in den letzten Jahren zu einem echten Kultprodukt entwickelt. Der Hersteller gehört zu den Aufsteigern in der Modebranche und wurde binnen kurzer Zeit sogar zum Börsenliebling.
Einen Fan hat der Kunststofftreter-Produzent aber mit Sicherheit nicht für sich gewonnen: nämlich Porsche. Die mögen es nämlich gar nicht, dass Crocs ihren geschützten Modellnamen “Cayman” für eines ihrer Gummilatschenmodelle verwendet. Noch dazu für das beliebteste Modell, das mittlerweile auch die Füsse von zahlreichen Prominenten schmückt und u.a. ständig in Illustrierten und z.B. in der Klinik-Kultserie “Scrubs” auf Pro7 an den Füssen der Akteure zu sehen ist.
Unter Berufung auf den jüngsten Quartalsbericht der Crocs, Inc. berichteen Wirtschaftszeitungen in den USA, dass die Dr. Ing. H.c.F. Porsche AG den Plastikschuhhersteller wegen der Verwendung des Zeichens “Cayman” auf Schadenersatz verklagt hat. Porsche ist Inhaberin der Gemeinschaftsmarke “Cayman”. Die Marke ist eingetragen für eine Vielzahl von Waren und Dienstleistungen (unter anderem auch Schuhwaren), wobei die Kennzeichnung für das Fahrzeug “Cayman” natürlich die bekannteste Markennutzung ist.
Die Gemeinschaftsmarke “Cayman” wurde am im August 2005 eingetragen und befindet sich noch innerhalb der fünfjährigen Benutzungsschonfrist. Obwohl Porsche die Marke doch gar nicht für Schuhwaren benutzt, ist sie auch für diesen Bereich voll geschützt.
Jedenfalls hätte sich der Schuh-Hersteller Crocs besser früher Gedanken darüber gemacht, denn wer Porsche kennt, der weiss, wie vehement und strikt ihr Vorgehen ist, wenn es um die Verteidigung von Markenrechten bzw. ideellem Eigentum geht.
Und alles das in einer Situation, wo das Unternehmen zum ersten Mal in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt. Durch dem schnellen Aufstieg hat sich Crocs zu einer übereilten Expansion hinreissen lassen, die sich jetzt in Zeiten der Wirtschaftskrise rächt. Das Unternehmen verzeichnet seit letztem Jahr starke Umsatzeinbrüche und nun kommt auch noch Porsche und bittet zur Kasse.
Die Kunst der auditiven Verführung (textin-oktober 2009)Im Zeichen der Digitalisierung wird der Ton als Imageträger von Unternehmen und Marken immer wichtiger. Audio-Branding ist die kohärente Bündelung von Klängen und gesprochener Sprache, Corporate Podcasting schafft neue Möglichkeiten für die Public
Relations, und Produktklänge schleichen sich als Helfer und Unterhalter in unseren Alltag ein.
Allenthalben sieht man Best Practice Beispiele, wie toll doch virales Marketing in Verbindung mit Social Media funktioniert. Dass der Schuss auch mal nach hinten los gehen kann, wird dabei oft ausgeblendet. Das musste auch die schwedische Pflegeserie Apoliva erfahren:
Adina Fohlin ist ein schwedisches Model und kommt für den Spot der neuen Pflegeserie von Apoliva zum Einsatz. Dort singt sie, fast wie die Mutter aller Engelsounds, ein schwedisches Volkslied, während im alten 3-Wetter-Taft-Muster alle möglichen Wetter und Unwetter an ihr vorbeiziehen. Ihre visuelle und vermutlich auch gesangliche Präsenz in diesem Spot hat mittlerweile über 100.000! Gleichgesinnte in einer Facebook-Gruppe versammelt, denen der Spot bzw. das Model dort “Angst” macht.
Marken, die im Umfeld von Social Media aktiv sind, steigern damit auch ihren finanziellen Erfolg im Web. Die besten Brands im Internet weisen gleichzeitig grosses Engagement auf Web-2.0-Plattformen wie Blogs, Twitter oder Facebook auf. Zu diesem Schluss kommen Analysten von Wetpaint und der Alitmeter Group in einem aktuellen Bericht über die Top-100 der internationalen Marken im Web. Dabei wurde untersucht, ob die jeweiligen Marken diverse Social-Media-Angebote einsetzen und dort präsent sind bzw. wie stark. Wie sich herausstellte, sind demnach jene Brands, die sich das so genannte Social Web intensiver zunutze machen insgesamt erfolgreicher als Marken, die das weniger oder gar nicht tun.
Laut der Wetpaint-Untersuchung ist Starbucks - mit einer Bewertung von 127 Punkten - die Marke Nummer eins unter den im Social Web aktiven Brands. Dahinter folgen Dell (123 Punkte) und eBay (115 Punkte). “Jene Marken, die am aktivsten waren, verzeichneten 2008 Umsatzzuwächse von bis zu 18 Prozent, während die am wenigsten aktiven Brands ein Minus von bis zu sechs Prozent hinnehmen mussten”, heisst es in dem Bericht. Allen der Top-Zehn-Marken in dem Ranking - darunter unter anderem auch Google, Microsoft und Nike - gelang es trotz Wirtschaftskrise finanzielle Erfolge zu erzielen.
Dennoch sind die Daten wie so oft mit Vorsicht zu geniessen. Ein Zusammenhang zwischen Social-Media-Aktivitäten und finanziellem Erfolg lässt sich zwar daraus herleiten, hundertprozentig nachweisen jedoch nicht.
Das brandneue Corporate Design von Namics verzichtet auf konventionelle Designelemente wie ein bildhaftes Logo und eine spezifische Unternehmensfarbe. Im Sinne der Social Media Kultur, setzt namics statt starrem Logo und Unternehmensfarbe auf eine dynamische Wortmarke. Die Inhalte werden dabei von den Mitarbeitern kontinuierlich neu generiert.
Die Namics-Strategie ist m.E. sehr gewagt, da das Logo oftmals als Inbegriff und Verkörperung eines erfolgreichen Brandings verstanden wird. Ketzerisch kann man fragen, ob das überhaupt geht, «kein Logo». Denn jedes Wort wird aufgrund der Kombination von Schriftart und Farbe ja zu einem Logo…
In der Handelszeitung von letzter Woche durfte ich als Gastautor einen Artikel zu Employer Branding mit einem speziellen Fokus auf Web 2.0 schreiben. Employer Branding bezeichnet den Aufbau und die Führung der Arbeitgebermarke und definiert dabei die Schnittstellenfunktion zwischen Marketing/Kommunikation und Human Resources. Die Umsetzung der entsprechenden Strategien stellt für die Unternehmen eine grosse Herausforderung dar, insbesondere im Umfeld der sich rasch ändernden Online-Kanäle.
Intel startete am 11. Mai seine neue, weltweite Marken-Kampagne “Sponsors of Tomorrow”. Die grösste integrierte Kampagne des Chipherstellers seit drei Jahren ist zugleich die erste, die die Marke Intel und nicht ein Produkt in den Mittelpunkt stellt (Ingredient Branding). Unter der deutschen Adaption “Wir machen morgen möglich” will Intel die schon immer konsequente Ausrichtung des Unternehmens auf die Zukunft demonstrieren und einer breiten Öffentlichkeit bewusst machen, dass zahlreiche entscheidende Fortschritte in der Digitalisierung unserer Gesellschaft auf Silizium-Chips von Intel basieren, teilt das Unternehmen mit.
Zudem veranschaulicht die Kampagne mit einem Augenzwinkern, dass Sandkästen, Rockstars und saubere Räume bei Intel zur Normalität gehören, aber durchaus nicht den gängigen Vorstellungen entsprechen müssen. Die Kampagne startet mit einem breiten Media-Mix aus TV, Print, Online, Aussenwerbung sowie Mobile-Media und durchläuft konsequent alle Marketing-Disziplinen, wie zum Beispiel Massnahmen für den Handel.
Erste Anzeigenmotive sind ab sofort im zu finden. Zudem ist auch die Kampagnen-Website bereits online. Nach dem Start in den USA, Deutschland und Grossbritannien weitet Intel “Sponsors of Tomorrow” bis zum dritten Quartal 2009 auf über zwei Dutzend Länder aus. Die Schweiz ist allerdings nicht darunter.
Hier wieder mal ein Hinweis auf eine hoffentlich interessante Veranstaltung:
Im Rahmen der Goldbach Mediarena werden am SWISS DIGITAL MARKETING FORUM am 27. Mai 2009 aktuelle Informationen über die gesellschaftlichen, medialen und technologischen Entwicklungen, welche die Medienlandschaft prägen, von Top-Referenten präsentiert. Zusätzlich werden im Crossmedia-Workshop die an der Crossmedia Award Night prämierten Fallstudien vorgestellt.
Die Medien und die Werbewelt befinden sich in einem nie gekannten Wandel, denn die rasant steigende Nutzung der Onlinemedien und die immer grössere Bedeutung des Internets als Angebots- und Kommunikationsplattform werden zu einer erheblichen Positionsverschiebung im Werbemarkt führen. Das momentane Wirtschaftsumfeld wie auch steigende Investitionen in die Verbreitung des Internets beschleunigen diese Entwicklung zusätzlich.
Weitere Informationen und eine Anmeldungsmöglichkeit finden Sie auf: www.mediarena.ch.