Branding Institute
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London 2012 und Tyler Brulé

Juli 23rd, 2007 by Philipp Schaer

London 2012 Logo

Über Logos zu diskutieren ist wie sich übers Wetter oder Fussball zu unterhalten. Jeder hat eine Meinung und die Anzahl der Experten nähert sich gefährlich der Zahl der Gesamtbevölkerung. Eine wundervolle Sache also!

Über das im Juni enthüllte Logo der olympischen Spiele 2012 in London wird auch heftigst und leidenschaftlich im ganzen Königreich diskutiert. Wolff-Olins hat das Emblem für angeblich $ 400′000 kreiert und allein dieser Betrag sorgt auf der Insel nach wie vor für rote Köpfe.

Ist auch keine leichte Aufgabe einem solchen Event ein Erkennungszeichen zu verpassen ohne eine nationale Polemik auszulösen. Allen wird man es nie recht machen können und das emotionale Thema schreit förmlich danach von Politikern, konkurrierenden Design-Agenturen und anderen notorischen Nörglern als Profilierungsfeld instrumentalisiert zu werden. Den Machern der Marke geht es derweil darum, die Londoner für Olympia zu begeistern und vorallem die Jugend anzusprechen (was ganz Neues!)

London 2012 will be everyone’s Games, everyone’s 2012. This is the vision at the very heart of the new London 2012 brand. It will define the venues that are built and the Games that London and the UK will host. The new 2012 emblem will use the Olympic spirit to inspire everyone and reach out to young people. It is an invitation to take part and be involved.

Einer der Redelsführer der Anti-London 2012-Logo-Bewegung ist -der zumindest in der Schweiz weltberühmte- Tyler Brulé. Genau! Der Mann, der unser gegroundetes Nationalheiligtum Swissair umlackiert hat. Kaum war das neue Logo da, hat sich der Designer in der Herald Tribune schon sehr dezidiert dazu geäussert. Und jetzt sind auch die Gegenvorschläge von Tyler Brulé auf dem Tisch. Die Diskussion kann also weitergehen.

Bilder von: www.winkreative.com

Review:Financial Times, BBC

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Gewagtes Naming, Respekt!

Juli 20th, 2007 by Philipp Schaer

fucker

Neulich fotografiert gleich bei mir um die Ecke im Münchner Stadtteil Ludwigvorstadt! Ich dachte, ich seh nicht recht. Wer nennt sein Unternehmen denn freiwillig “Fucker” und schreibt den nun mal eindeutig zweideutigen Namen noch mit dicken Lettern auf seinen Bus?

Stellt euch vor ihr organisiert eine Reise für euren Verein. Alle warten am Treffpunkt und da fährt der grosse Fucker-Bus vor! Und erst die ganzen Leute die einem auf der Autobahn mit breitem Grinsen aus ihren Pkws zuwinken!

In Tat und Wahrheit heisst das Unternehmen Fücker-Reisen und hat seinen Sitz in 41516 Grevenbrolch. Wahrscheinlich ist Fücker in dieser Gegend ein geläufiger Name, den man mit Stolz trägt und auch mit Fug und Recht auf seine Firma überträgt. Ich mache meine nächste Kaffeefahrt in den Schwarzwald auf jeden Fall mit Fücker-Reisen.

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Strom macht glücklich, Ehrenwort!

Juli 18th, 2007 by Philipp Schaer

Ich beschäftige mich aktuell in einem Projekt mit dem deutschen Strommarkt. Die Entwicklung in diesem Markt seit der Liberalisierung im Jahre 98/99 ist aus Markensicht äusserst interessant. Seit dieser Zeit wurden mit einem nie dagewesenen Kraftakt Strommarken aus dem Nichts heraus erschaffen und mit der ganz grossen Werbekeule innert kurzer Zeit zu Markenbekanntheitsgraden von 98% (ungestützt) und mehr geprügelt. Die bekanntesten Vertreter dieser Spezies sind sicher die EnBW-Marke Yello und E.On. Nur: Markenbekanntheit ist nicht der Weisheit letzter Schluss.
Heute ist das Image der Energieanbieter in Deutschland so schlecht wie nie. Keiner anderen Branche wird weniger Vertrauen entgegengebracht, von keiner Branche fühlen sich die Deutschen mehr “abgezockt”. Was ist passiert?
Mit der Liberalisierung wurden die Stromanbieter ins kalte Wasser des freien Wettbewerbs geworfen, ohne jeglichen Schimmer wie man den Absatzmarkt adressiert. Die Verantwortlichen sind den Kreativen der Werbeagenturen blind gefolgt. Resultat waren sinnentleerte, künstliche Spassmarken gepaart mit ständigen Preiserhöhungen bei gleichzeitiger Vermeldung von Rekordgewinnen .

Eine kleine Bildergeschichte dazu:

bunte, lustige, Spassmarken, die sich am liebsten mit sich selber beschäftigen (yello vs. RWE)…

…oder mit Fröschen, Schweinehunde, virtual Eves, dem Kaiser und Tom&Jerry (Testimonials aus den letzten Jahren)…

…dazu kamen faktisch schlicht unwahre Botschaften, wie das Versprechen seinen Strom aus Quellen wie Wind, Wasser, Sonne selber mixen zu können (E.ON). Tatsächlich kam der Grossteil weiterhin aus Atommeilern aus dem Osten….

… Und DAS halten die Menschen davon….

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Diesel ist Global Warming Ready

Juni 27th, 2007 by Philipp Schaer

“Global Warming Ready”. Mit der aktuellen Kampagne unterstreicht das Modelabel seinen Anspruch auf Unangepasstheit, Rebellentum und Coolness. Klimaschutz ist zu einem Mainstream-Thema geworden und die meisten Unternehmen versuchen verzweifelt ihren Marken Attitüden wie “Sustainability” oder “Corporate social responsibility” anzutackern (siehe Automobilindustrie). Dies meist durch akrobatische kommunikative Verrenkungen fernab jeglicher Grundlage. Nicht so Diesel! Offen dazu zu stehen, dass einem der Klimawandel am A…. vorbei geht, ist heute eines der wenigen gesellschaftlichen Tabus, die man noch brechen kann. Oder würden Sie an einer Cocktailparty lautstark ihre Abneigung gegen Al Gore und Bob Geldof äussern? Diesel gibt seit den 90′er Jahren ihrer jungen, urbanen Zielgruppe immer wieder Stoff um sich von herrschenden gesellschaftlichen Normen abzugrenzen und zu schockieren. Da gab es auch mal ein Plakat mit einem Teenager, der eine Waffe in der Hand hält und dazu die Tagline: ‘If they never learn to blast the brains out of their neighbours what kind of damn FUTURE has this COUNTRY of ours got?

Fotos von flickr 

Diesel hofft jetzt darauf, dass sich möglichst viele bürgerliche Gutmenschen über die Kampagne echauffieren und ordentlich Gratis-Werbung dazukommt! Jedenfalls haben sie es schon mal in diesen Blog geschafft.

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Bottom-up branding by Doritos

Juni 25th, 2007 by Philipp Schaer

“get it, taste it, name it”. Die Chips-Marke Doritos versucht mit consumer co-operation neuen Schwung in die langweilige Produktkategorie Chips zu bringen. Die neue Geschmacksrichtung wird unter der Laborbezeichnung X-13D in die Regale gestellt und die Konsumenten werden aufgefordert dem Produkt einen Namen zu geben. Im Zuge der web2.0-mitmach-euphorie sind solche Experimente immer häufiger zu beobachten, allmählich auch bei Brands aus der “realen” Welt. Damit kommt die Diskussion, inwieweit die Markenhoheit an den Konsumenten abgegeben werden kann, langsam in die Gänge und klassische Top down Ansätze in der Markenführung werden kritisch hinterfragt.

Doritos scheint im Moment sowieso eine bevorzugte Marketing-Spielwiese des Pepsi-Konzerns zu sein. In einer aktuellen Kooperation mit X-Box von Microsoft wird die Doritos Fangemeinde in die Entwicklung eines Markeneigenen-Computerspiels involviert (siehe dazu auch Burger King).

Fotos von Flickr

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Pirelli: Branded Entertainment mit Uma Thurman

Mai 9th, 2007 by Philipp Schaer



Nach dem Pirelli-Film “The Call” mit Naomi Campbell und John Malkovich, rührt der Reifenhersteller erneut ganz dick an. Seit diesem Frühling ist “Mission Zero” mit Uma Thurman (Pulp Fiction, Kill Bill) am Start. In bester Tarantino-Tradition legt Uma eine actiongeladene Verfolgungsjagd aufs Parkett mit allerlei Waffen und Special Effects.

“Pirellifilm is a unique new communication tool that intends to launch high quality short films through several channels. The protagonists will be today’s stars of stage and screen who will interpret the famous Pirelli claim –”Power is nothing whitout control”– in a different way each year.this extraordinary Project, which is planned for several years, intends to support the Pirelli image and positioning and to maintain brand leadership.”

Kann mir vorstellen, dass die künstlerischen Freiheiten der Regisseurin von der Pirelli-Marketingabteilung gehörig eingeschränkt wurden. Zu stark erinnert der Streifen an bekannte Hollywood-Blockbuster um bei mir einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Grundsätzlich sicher richtig von Pirelli auf den Pull Effekt zu setzen. Zumal sie mit dem weltbekannten Pirelli Kalender für mich Pioniere des Branded Entertainment sind. Interessant wären die Downloadzahlen von pirellifilm.com und Schätzungen zur Sekundärverbreitung via Blogs und Videoplattformen. Pirelli hält sich da jedoch taditionellerweise sehr bedeckt.

etwas älterer aber guter Zeit-Artikel zum Thema Branded Entertainment

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Aussen Pfanni, innen L63532177

Mai 7th, 2007 by Philipp Schaer

Neulich gekauft in einem Münchner Tengelmann. Pfanni; Die Kartoffelmarke! Die Kantonverpackung im Regal hat sofort meine Lust auf eine Rösti geweckt. Ein klares, rustikales Visual, eine gelungene Produktpräsentation und schon hatte mich Pfanni als Impulskäufer am Haken.
Beim Öffnen zuhause wurde mein positives Markenerlebnis mit Pfanni jedoch schnell enttäuscht. Aus der Kartonverpackung zog ich ein silber-graues Etwas mit einem schlecht lesbaren Aufdruck “hier öffnen” und der interessanten Produktinformation PR V32545 14:43 L63532155.
Schade, Pfanni weckt hier mit der Aussenverpackung Erwartungen, die schon die Innenverpackung nicht mehr halten kann. Hier wird eine Chance vergeben, die Markenwelt bis zum point of consumption zu tragen. Dazu kommt, dass viele Leute unnötige Verpackung gleich im Laden entsorgen. Wahrscheinlich stehen tausende dieser anonymen, grauen Innenverpackungen als Vorrat in deutschen Küchenschränken. Würde Pfanni draufstehen, könnte sich die Unilever-Marke bei jedem Öffnen der Schranktür ein wenig tiefer ins Hirn des Konsumenten brennen.



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BrandingLetter

Mai 5th, 2007 by Philipp Schaer

Das Branding-Institute versendet ab sofort elektronisch regelmässig den BRANDINGLETTER. Lesen Sie wichtige Informationen zum Themengebiet des Corporate Brand Management, Wissenswertes zur strategischen Kommunikation und Hinweise zum aktuellen Tätigkeitsfeld des Branding-Institute inkl. den gehaltenen Präsentationen sowie ausgewählten Audit-Analysen unserer Studierenden von der Universität Bern und den Fachhochschulen Zürich, Bern und Freiburg.

Der BRANDINGLETTER soll dazu beitragen, dass der Thematik der strategischen Markenführung in den Unternehmen die nötige Beachtung geschenkt wird.

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Brand-Communities. Interview mit Dr. Kai-Uwe Heldmann

Mai 2nd, 2007 by Philipp Schaer

Interessantes Interview mit Kai-Uwe Heldmann, dem Autor von Soziologie der Marke. Im Moment beschäftigen sich viele Fachveranstaltungen in Deutschland mehr oder weniger fundiert mit dem Thema Marken-Communities. Die Zeit, in der Begriffe wie Web 2.0, social software oder Medienkonvergenz nur erklärt wurden, scheint nun endlich vorbei zu sein. Vermehrt geht die Diskussion jedtzt ans Eingemachte: Welche Auswirkungen hat das neue Mediennutzungsverhalten auf die Markenführung? Wie entstehen Brand-Communities und (wie) kann man sie steuern?

Tip zum Thema:
Der Blog von Martin Oetting aus Berlin. Es beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema “Word of Mouth”. Grüsse nach Berlin

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Publikation: Psychologie der Markenführung

Mai 1st, 2007 by Philipp Schaer

Prof. Marco Casanova hat neben Prof. Heribert Meffert und Prof. Manfred Bruhn einen Artikel zu den aktuellen Herausforderungen der Marke Schweiz als Co-Branding- Partner publiziert.


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